Sail-Kolumne
Die Hanse Sail als großes Kulturfest … und im Magazin aktuell steht das Programm
Was ist los zur 18. Hanse Sail? Die Veranstaltungen sind nicht mehr zu zählen, der Überblick und die Auswahl fallen schwer. Grund für die Sail-Organisatoren, neben dem im Januar erscheinenden „dicken“ Sail-Magazin Anfang Juli das „Hanse Sail Magazin aktuell“ herauszugeben.

Neben Schiffsporträts, zum Beispiel von der niederländischen STAD AMSTERDAM oder dem Zwilling der GORCH FOCK I, der rumänischen MIRCEA, maritimen Geschichten, einem Koggenbastelbogen für Kinder und jung gebliebene Erwachsene und der Liste der teilnehmenden Schiffe gibt es in dem Magazin einen kompakten Überblick über das üppige Kulturangebot mit zahlreichen Ausstellungen, Künstlern aus dem diesjährigen Partnerland Lettland und einem Dutzend Bühnen – vom Showtruck SUBARU über die Hanse-Sail-Bühne bis zum NDR-Programm, in dem sich N-JOY, NDR 2, NDR 1 Radio MV und das „Nordmagazin“ präsentieren.
Aber mitunter ist gar keine Bühne nötig, um Musik zu machen: Unter dem Motto „Luft und Wind“ gibt es am Eröffnungsabend der Sail (7. August) ab 23.00 Uhr die 2. Hafensinfonie an der Pier der Haedge-Halbinsel. Das originelle Konzert bedient sich musikalischer Elemente, die von Schiffen und Bläsern erzeugt werden. Es kommt zum Zusammenspiel von mindestens sieben Schiffstyphonen und dem inzwischen weltbekannten Bläserquartett „Fun Horns“, in das am Ende die Kirchenglocken der Hansestadt einstimmen.
Am Freitag-Abend (8. August) startet das Symphonic Pop Orchestra acht nach acht unter der Leitung von Frank Hollmann im IGA Park das Bühnenspektakel „Colours Of The Wind“, eine Vorstellung u.a. mit 56 MusikerInnen und 20 ChorsängerInnen, in dem bekannte Filmmusiken im Mittelpunkt stehen. 13 TänzerInnen in farbenprächtigen Kostümen werden die Inhalte der Stücke und Lieder unterstreichen.
Die Hanse Sail lebt auch von ihren Gegensätzen. Auch von den kulturellen. Neben leisen Tönen geht es manchmal recht laut zu. Das 9. Rostocker Kanoniers- und Böllertreffen am Gehlsdorfer Ufer ist eines der vielen „Kinder“ der Hanse Sail, das sich inzwischen zu einer Veranstaltung mit einer wunderbaren Eigendynamik entwickelt hat.
Das am 8. und 9. August stattfindende Biwak ist ein bundesweites Treffen von Traditionsvereinen mit ihren Kanonen und Uniformen geworden und ist schon im lautlosen Zustand eine Sehenswürdigkeit. Aber natürlich kracht es hier auch richtig, beispielsweise am Nachmittag des 8. August mit Sponsorenböllern, die den Förderern des Treffens gewidmet sind. Das ist zugleich das Signal zur Eröffnung des weithin hörbaren Ereignisses.
Rock and Roll ist ein nicht ganz so lautes, aber ähnlich heißes Thema auf der Hanse-Sail-Bühne auf der Haedge-Halbinsel, das Gruppen wie „Five men on the rocks“ oder die „Crazy Boys“ „anheizen“. Stargast auf dieser Bühne wird am Sail-Samstag (9. August) „Peter Schilling & Band“ sein. Hier findet am Sonntag (10. August) ab 15 Uhr auch die Wahl der diesjährigen „Miss Hanse Sail“ statt. Eine eher leise Veranstaltung, bei der man das Herzklopfen bei Kandidatinnen und Zuschauern zwar nicht hört, aber ahnt.
Shantys gehören zur Sail. Und so präsentieren sich zur 18. Sail sechs Gruppen beziehungsweise Chöre: Die Gruppe „Breitling“, „Luv un Lee“, „De Klaashahns (alle Rostock), der Shantychor Rehburg vom Steinhuder Meer, der Shanty-Chor Rüsselsheim und die „Neckar-Knurrhähne“ aus Schwaben. „Wir Schwaben können alles außer hochdeutsch.“ Zum Beispiel Shantys singen. Shanty-Fans können auf der Sail prüfen, ob das maritime Liedgut tatsächlich schwäbisch klingt oder ob der Schwabenspruch nur eine pfiffige Werbeidee ist.
Klaus-Dieter Block
Information
Das „Hanse Sail Magazin aktuell 2008“ erscheint zum Preis von 4,00 EUR am 1. Juli und ist im gut sortierten Buch- und Zeitschriftenhandel sowie im Hanse-Sail-Büro erhältlich.

