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Sail-Kolumne

12.12.2005

Wie riecht das Internet?

Online oder Printmedien? Die zweifelnde Frage und der Streit, ob in Zeiten des weltweiten www-Siegeszuges Bücher, Journale und Zeitungen bald zum Altpapier gehören, hat sich erledigt.

Auch so manches Verteidigungsargument für die Druckkunst, dass im Unterschied zur Zeitung oder zum Buch, das Internet nicht im Zug, in der Badewanne oder auf der grünen Wiese genutzt werden kann, wird bald zu den Zeitungsmeldungen von gestern gehören.

Obwohl uns heute alle Informationen, die wir uns früher oft mühselig zusammenlesen mussten, im Internet ganz schnell und aktuell zur Verfügung stehen, gehört auch dem bedruckten Papier die Zukunft.

In Zeiten der medialen Doppelgleisigkeit hat das Büro Hanse Sail seine Internetseite inhaltlich neu strukturiert, den Auftritt mit einem erfrischenden Design versehen und das 16. Hanse Sail Magazin hat traditionell auf der "boot"-Düsseldorf seine Premiere.

Eine Erfahrung aus den Internet-Kindertagen die auch teilweise noch heute schmerzhaft gilt, lautet: Webseiten zu machen ist nicht schwer, sie zu pflegen aber sehr! Britta Trapp, u.a. ausgebildete Online-Redakteurin, hat in den letzen Wochen des alten Jahres im Hanse Sail Presse Büro mit Unterstützung von Sabine Fox aus der Tall-Ship Buchungszentrale intensiv an der Umsetzung des neuen Konzeptes gearbeitet.

Das umfasst nicht nur eine verbesserte Funktionalität beim Suchen und Finden von Informationen zu den Neuigkeiten rund um die Hanse- und die Baltic Sail, sondern mit Hilfe eines installierten Redaktionssystems können die Informationen auf tagesaktuellem Stand gehalten werden. Neben dem Hanse Sail-Aufruf zum Mitsegeln und Mitfliegen, kann den Internetnutzern nun mit Fug und Recht empfohlen werden: "Klicken Sie mit!"

"Blättern Sie mit!" heißt es dagegen beim neuen Hanse Sail Magazin 2006. In acht Rubriken werden Geschichte, Geschichten und Neuigkeiten in Text und Bild aus der maritimen Welt und speziell der Traditionssegelschifffahrt präsentiert.

Von der "Maritimen Weltausstellung" vor Warnemünde oder der "Liebe zu alten und neuen Schiffen" wird ebenso berichtet, wie von der "Maritimen Neugier und dem Besuch an fremden Ufern". "Marinegeschichte(n)" heißt ein weiteres Kapitel, in der auf das 50. Jubiläum der Deutschen Marine besonders reflektiert wird, aber auch auf die DDR-Marine oder das Marinemuseum in Waren (Müritz) eingegangen wird.

Ein besonderer Platz ist im Magazin einem besonderen Ereignis eingeräumt: Die Beschreibung einer Reise der beiden Saalfelder Abenteurer Axel Brümmer und Peter Glöckner mit einer Dschunke von China nach Venedig. Ihre beeindruckende Reise endet am 2. August-Wochenende auf der 16. Hanse Sail.

Der Mensch lebt nicht von der Information allein! Abgesehen davon, dass die Beiträge des Magazins (4,- Euro) nicht bei www.hansesail.com nachzulesen sind, ist es eine Demonstration der Vorzüge bedruckten Papiers, das mehrere Sinne in uns anspricht. Zum Beispiel: Das frisch gedruckte Heft riecht beim Blättern und Lesen gut. Das kann man vom Internet nicht behaupten, denn es ist nach wie vor geruchlos.

Klaus-Dieter Block