Direkt zum Hauptinhalt springen

Direkt zur Hauptnavigation springen

Sail-Kolumne

24.01.2008

Maritime Feste in Mecklenburg-Vorpommern. Oder: Wie kann man die Reize des Wasserlandes wirkungsvoll vermarkten?

Was gilt? „Der Starke ist am mächtigsten allein“ oder „Gemeinsam sind wir stark“? Für die „starke“ Hanse Sail Rostock war die Entscheidung von Anfang an klar. Seit 1991 war und ist das Sail-Büro in mehreren Verbünden dabei und hat sich oft als „Schlepper“ davor gespannt, wie zum Beispiel in der ostseeweiten Baltic-Sail-Organisation.

Auf der Suche nach Instrumenten, um den Herausforderungen der nationalen und internationalen Tourismuskonkurrenz gerecht zu werden, gab es 2002 in Mecklenburg-Vorpommern einen Ideenwettbewerb. „Bildet Netzwerke, um gemeinsam neue Produkte zu entwickeln und sie zu vermarkten!“ hieß die Losung. Zu den ca. zwei Dutzend Projekten, die den Zuschlag bekamen, gehörte auch „Maritime Feste in Mecklenburg-Vorpommern“, u.a. mit der Hanse Sail. Dafür gab es Fördergelder von der Europäischen Union und vom Land, aber es war von vornherein klar, dass ein Zeitpunkt kommen wird, zu dem die entwickelten Projekte auf eigenen Füßen stehen müssen. Viele Projekt „stehen“ inzwischen leider nicht mehr.

Der Verbund „Maritime Feste“ macht weiter. Auch ohne Förderung, mit eigenem Geld, einer Summe pro Partner im unteren vierstelligen Bereich. Weil es schade ist um die geleistete Arbeit, um das geflossene Geld, um die entstandene Vertrautheit, um die Marketing-Wirkung, und überhaupt ... Ein halbes Dutzend maritime Feste ist in dieser nun „freien“ Phase dabei: Die Hanse Sail Rostock, die Hafentage Wismar, die Warnemünder Woche die Müritz-Sail in Waren, das Hafenfest in Dierhagen und als neues „Familien-Mitglied“ die Haff-Sail in Ueckermünde.

Diese sechs Feste repräsentieren auf erstaunliche Weise die Vielfalt des Wasserlandes Mecklenburg-Vorpommern: Die Ostsee, die Boddengewässer, das Oderhaff und den Wasserreichtum des Binnenlandes mit dem Herzstück, der Müritz. Eine Formel könnte lauten: Wasservielfalt plus maritime Feste mit einem breiten Spektrum an historischen und modernen Wasserfahrzeugen gleich touristisches Alleinstellungsmerkmal. Oder: Das ist nur hier zu erleben!

Zu der maritimen Gemeinschaft gehören die TMS Team – Medien – Service GmbH und der Klatschmohn Verlag. Mit MV-Best und Tournet Management sind zwei kleinere Unternehmen dabei, die in der maritimen Branche einen guten Ruf genießen. Und die Firma Müritz-Online komplettiert mit Internetdiensten den bunten Reigen des Verbundes. Von Anfang an unterstützt Scandlines Deutschland das Vorhaben und ist auch in der freien Runde dabei und bietet so eine wundervolle Ergänzung an, die für viele ein maritimes Fest der besonderen Art ist: Eine Tagestour per Fährschiff nach Dänemark.

Und das Beispiel Scandlines zeigt, dass es nicht unbedingt ein maritimes Fest im ursprünglichen Sinne oder ein „Event“ nach modernem Verständnis sein muss, um in dem Verbund mitzumachen. Es gibt weitere Attraktionen im Nordosten, deren Besuch ein Fest für die Sinne ist und wo man zum Beispiel auch unter den Wasserspiegel gucken kann. So das neue Müritzeum in Waren, das im ersten halben Jahr seit Eröffnung mehr als 140.000 Besucher hatte und das im Frühsommer fertig gestellte Ozeaneum in der Hansestadt Stralsund.

Mit anderen Worten: Der Verbund ist offen für weitere Partner und so heißt es zu Beginn der neuen Wegstrecke: „Maritime Feste in Mecklenburg-Vorpommern ... und weitere Entdeckungen im Wasserland“. Oder: „Gemeinsam sind wir stark!“

Klaus-Dieter Block


Informationen
www.maritime-feste-in-mv.de