Sail-Kolumne
„Nach der Sail ist vor der Sail!“
Die 17. Hanse Sail wird wohl als „Nebel-Sail“ in die Geschichte der maritimen Veranstaltung eingehen. Der Sail-Samstag produzierte zwar Segelbilder, die an Caspar David Friedrich erinnerten, aber Sichtweiten von unter 100 Metern machten die geplante Regatta vor Warnemünde unmöglich. Zu allem Überfluss war der Samstag-Abend und Sonntag-Vormittag verregnet.

Offensichtlich ist es aber kein Widerspruch zum grauen Himmel, wenn ein langjähriger Stammgast aus Dresden den Eindruck äußerte, dass die Sail im positiven Sinne immer bunter wird, sprich die Erlebnisvielfalt von Jahr zu Jahr zunimmt und es auch immer etwas Neues gibt.
Wie z.B. die erste Ausgabe der „Sail am Sonntag“, abgekürzt SaS. Das ist kein Druckfehler, heißt also nicht SOS. Den maritimen Notruf braucht die Hanse Sail trotz wachsender finanzieller und geistiger Widrigkeiten auch deshalb nicht, weil genügend kreatives Potential und „Seele“ in der Sail stecken.
Trotz aller Wetterunbilden, Anstrengungen und wenig Schlaf für Organisatoren, Partner und Helfer der 17. Hanse Sail, stellte sich am letzten Tag des großen maritimen Festes (wie immer) Wehmut ein. Sie hielt nicht lange an, denn die 18. Auflage vom 7. bis 10. August 2008 ruft und die Vorbereitungen sind schon im Gange. Ganz in Anlehnung an den berühmten und oft zitierten Fußballspruch „Vor dem Spiel …“.
Neue Partner sind mit eigenem Engagement 2008 an Bord, wie z.B. die Organisatoren der Ausstellung „art SAIL Rostock 2007“, die für die HIORTEN-Regatta 2008 von Karlskrona nach Rostock zwei künstlerisch gestaltete Pokale stiften. Auch die enge Kooperation zwischen Rostock und Stettin im Zusammenhang mit einem Törn deutscher und polnischer Unternehmer Anfang August 2007 vom Oderhaff nach Warnemünde wird 2008 fortgesetzt und weiter Früchte tragen.
Einige Programmpunkte stehen bereits fest, so z.B., dass Lettland das Partnerland der 18. Sail sein wird oder dass das Schulschiff der Deutschen Marine, die GORCH FOCK, wieder zur Hanse Sail kommt. Um andere Schiffe, die noch nicht in Rostock waren, wird heftig geworben. So z.B. um die schwedische Brigg TRE KRONER und vor allem um die attraktive Replik des Ostindienfahrers GÖTHEBORG. Sie war in den letzten beiden Jahren auf historischer Route nach China und zurück unterwegs und erlebte bei der Baltic Sail am 3. Juli-Wochenende im westschwedischen Halmstad einen wahren Besucherandrang.
Dass man einen langen Atem bei der Gewinnung neuer Schiffe und internationaler Partner braucht, wissen Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling und der Leiter des Hanse-Sail-Büros, Holger Bellgardt, nur zu gut. Um so erfreulicher sind Nachrichten, wie sie während der Sail von Laila Nordfors aus dem nördlich von Stockholm liegenden Gävle kamen: „Wir möchten 2008 Mitglied im Baltic Sail Verbund sein!“
Klaus-Dieter Block

