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Sail-Kolumne

08.12.2006

17. Hanse Sail Magazin: Lebt denn die alte Undine noch?

Ja sie lebt noch, sie lebt noch, stirbt nicht ... Nähere Umstände des Kampfes zwischen Leben und Tod des fast hundertjährigen Seebäderschiffes UNDINE und anderer alter Schiffe sind in der 17. Ausgabe des Hanse Sail Magazins nachzulesen.

Vorgestellt wird es traditionell anlässlich der Pressekonferenz der Hansestadt Rostock auf der weltgrößten maritimen Messe, der „boot“ in Düsseldorf am 22. Januar 2007.

Das Ringen um den Erhalt von Traditionsseglern und Museumsschiffen ist, neben Berichten über das maritime Rostock oder über Entdeckungen an anderen Ufern der inhaltliche Schwerpunkt in dem 136 Seiten starken maritimen Journal mit Beiträgen von mehr als 30 Journalisten und Fotografen.

„Willkommen im Klub der Hundertjährigen!“ heißt es 2007 für die LOTH LORIEN und die SWAENSBORGH, und jedes Jahr kommen zum Glück neue Schiffe hinzu. Einige heute Hundertjährige wären schon lange gestorben, sprich verschrottet, wenn es nicht Enthusiasten gäbe, die ihr Herzblut, ihr Geld und ihre Zeit in die Schiffe stecken. Wie zum Beispiel der holländische Skipper Jaap van der Rest und seine Frau Anna mit der LOTH LORIEN oder Oliver Wipperfürth, der „seiner“ MERCEDES ein zweites Leben als Segelschiff schenkte.

Eine besondere Art der maritimen Schöpfung sind die Koggen. Mehr als ein halbes Jahrtausend sind seit ihrer Blütezeit vergangen und so kann man schon nicht mehr von Wiederbelebung sprechen. Es handelt sich um Repliken, also um Neubauten. Allerdings wurde und wird mit einer imposanten Koggenfahrt von Wismar nach Rostock im letzten und in diesem Jahr unsere Vergangenheit vor der Haustür bzw. auf der Ostsee in wunderbarer Weise lebendig.

Dass Großsegler nicht unbedingt nur durch ihr hohes Alter und die gegenwärtig sehr lukrativen Schrottpreise bedroht sind, zeigt das Beispiel des ukrainischen Vollschiffes KHERSONES, langjähriges Flaggschiff der Hanse Sail. Hier waren es politische Ränkespiele, die dazu führten, dass der Segler seit April 2006 im Krimhafen Kertsch an der Kette liegt. Inmaris Perestroika und viele solidarische Mitstreiter kämpfen darum, dass das Schiff, das mit noch nicht einmal dreißig im besten Alter ist, wieder segelt und somit lebt.

Neben erfolgreichen Wiederbelebungsversuchen und Überlebenskämpfen geht es im Sail-Magazin auch um eine schwere Geburt, die nun schon mehr als fünf Jahre dauert. Die Rede ist von der geplanten Bark PASSATWIND. Engagement und Herzblut reichen hier leider nicht aus. Es wird ein kapitalkräftiger Geburtshelfer gesucht, nicht zuletzt auch deshalb, um die Nachfolge für die ALEXANDER v. HUMBOLDT zu sichern, die 2013 in den wohlverdienten Schiffsruhestand geht.

Um die Schiffe am Leben zu halten, sind Aktionen, Mitstreiter, Mitsegler notwendig. Auch darüber wird im Magazin berichtet. Zum Beispiel über die nächsten Projekte der KUBLAI’S KAHN II oder den 2006 erstmalig ausgetragenen WELT-Cup, der 2007 seine zweite Auflage erfährt.

Zu diesen Aktionen rund um die Traditionssegelschiffe gehört ohne Zweifel die Rostocker Sail, nicht zuletzt weil sie jährlich stattfindet. Die Einnahmen der Schiffe übertreffen mit ca. zwei Millionen Euro bei weitem das Jahresgesamt-Budget des Sail-Büros. Insofern ist die Hanse Sail auch ein Lebenselixier – für alte und junge Schiffe!

Klaus-Dieter Block

Das Hanse Sail Magazin 2007 ist für 5,- Euro ab Mitte Januar 2007 im Hanse Sail Büro und im Zeitschriften- und Buchhandel erhältlich.

Bildunterschrift
Die hundertjährige LOTH LORIEN, Foto: Lutz Zimmermann