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Sail-Kolumne

22.06.2006

Gibt es eine Schlechtwettervariante zur Sail?

Die Frage nach einer Regenvariante zur 16. Hanse Sail vom 10. bis 13. August 2006 scheint absurd. Die Sail ist eine Freiluftveranstaltung zu Wasser, zu Lande und in der Luft.

In der Regel und laut langjähriger Statistik schien an den zurückliegenden mehr als 60 Veranstaltungstagen seit 1991 überwiegend die Sonne. Wenn es doch mal zu stürmisch war, wie zum Beispiel zur Cutty Sark Regatta vor zehn Jahren, wurde der Start um einen Tag verschoben.

Und wer im letzten August zur 15. Sail auf einem der Traditionssegler bei einer kräftigen Brise mitsegelte, wird jeden Schönwettertörn eher langweilig finden.

Und dennoch finden rund um die und während des großen maritimen Festes an der Warnow erstaunlich viele Veranstaltungen im Saale statt. Empfänge, Konzerte, die Nacht der Kirchen in den Gotteshäusern Rostocks und Warnemünde, Theater-Aufführungen und Ausstellungen.

Sind Ausstellungen auch in Anbetracht des traditionell heißen Sail-Wetters nicht etwas für den Winter? Sicher, aber Hanse Sail ist Hanse Sail und vor allem das maritime Thema wird von Jahr zu Jahr immer üppiger bedient. Zu Wasser, Zu Lande ... und eben auch im Saale.

Und so kann der Sail-Gast mehr als ein halbes Dutzend Ausstellungen besuchen, die unmittelbar vom Hanse Sail Verein und dem Sail-Büro organisiert werden. Zum Beispiel die Fotoausstellung im Rostocker Hof mit dem Titel "Galionsfiguren – Windjammer haben ein Gesicht" (geöffnet 22. Juli bis 12. August). Sie ist mit einem Informations- und Verkaufsstand in der Zeit vom 7. bis 12. August gekoppelt (FOTO).

Wer im Hanse-Sail-Büro zu tun hat, sollte sich die Zeit nehmen, um sich Fotografien eines "alten Bekannten" anzusehen. Kapitän Norbert Rathge präsentiert "Sturm und Stille – Seeimpressionen aus 52 Jahren Seefahrt auf Yachten, Handelsschiffen und Großseglern zwischen Ostsee und Pazifik". Ebenfalls im Hafenhaus stellt Thomas Schumacher "Holzfiguren zum Anfassen" aus (8. bis13. August).

In der "Galerie im Baltic Point" ist nach seiner überaus erfolgreichen Ausstellung "Akt & Landschaft" Klaus Ender mit "Bilder dieser Erde" zum zweiten Mal präsent (8. Juli bis 13. August). Zu sehen sind Fotografien von einigen der schönsten Orte dieser Welt.

Ausstellungsglanzpunkt ist seit dem 24. Juni und so auch während der Sail-Tage die große Schiffsmodell-Ausstellung im ehemaligen Schifffahrtsmuseum in der August-Bebel-Straße. Ein schöner Neustart in einem über 150 Jahre alten Gebäude.

Das Kulturhistorische Museum zeigt im Kloster zum Heiligen Kreuz die Sonderausstellung "Heimathafen Rostock" (14. Juli bis 24. September).

Also summa summarum: Die Ausstellungen rund um die Sail sind keine Schlechtwettervariante, sondern nicht wegzudenkende Bestandteile des großen Festes. Überhaupt ist die Frage gegenstandslos, weil am zweiten August-Wochenende die Sonne scheint. Und die Ausstellungen dennoch gut besucht sein werden.

Klaus-Dieter Block