Sail-Kolumne
Im Außendienst
Im Herbst und Winter nach der Sail werden im Organisationsbüro besonders häufig die Koffer für anstehende Reisen gepackt. Dabei können die Koffer durchaus überdimensionale Maße annehmen.

Wie beispielsweise in Form des Messe-standes des Sail-Büros, der zum Beispiel auf drei maritimen Messen zum Einsatz kommt: zur „hanseboot“ in Hamburg Ende Oktober, zur „Boot & Fun“ Berlin, der Partnermesse der Hanse Sail vom 23. bis 26.11.2006 und schließlich auf der „boot Düsseldorf“ vom 20. bis 28.01.2007.
Außendienst findet hier zunächst in den noch dunklen und kalten Messehallen statt und ist ein hartes Brot, weil zum Beispiel jede einzelne Verbindungsschraube von Techniker Eckhard Niekrentz mindestens sechsmal angefasst wird: beim Einpacken, beim Auspacken, beim Aufbauen, beim Abbauen, beim Einpacken, beim Auspacken.
Mit leichtem Gepäck aber „schweren“, sprich überzeugenden Argumenten, gingen und gehen der Leiter des Organisationsbüros, Holger Bellgardt und Sail-Mitarbeiter auf Reisen. So zum Beispiel zum Baltic-Sail-Meeting im schwedischen Halmstad, an dem außer den Vertretern der weiteren Mitgliedsstädte Klaipeda, Gdansk, Karlskrona, Helsingör und Lübeck-Travemünde auch Schiffbauer aus Gävle und Stockholm teilnahmen, um sich mit ihren neu gebauten Traditionsseglern in die Baltic-Sail-Bewegung einzubringen.
Die Notwendigkeit, diese schöne Idee zu festigen und ihre Basis zu erweitern, stellt sich von Jahr zu Jahr neu. Und die Chancen hierfür sind durch ein Interreg III B-Projekt mit der Bezeichnung MariTour, in das sich die Hansestadt Rostock intensiv einbringt, augenblicklich besonders gut. Insgesamt beteiligen sich 22 Partner aus zehn Ostsee-Anrainer-Staaten an diesem Projekt, die sich das Ziel gesetzt haben, die Ostsee als ein „First Class Sailing Ressort“ für den Sportboot-Tourismus, für die Traditionsschifffahrt und für maritime Events zu vermarkten.
Werbung für diese Idee, auch bei anderen Ostsee-Organisationen, wie bei der „Union of Baltic Cities“ ist erforderlich. Nicht nur per Brief oder Mail, sondern im Außendienst, wie zum Beispiel durch Holger Bellgardt und Roland Methling auf dem „47th Meeting of the Executive Board“ im Oktober im polnischen Gdynia oder mit einem Vortrag vor der UBC-Kommission für Kultur über die Bedeutung der Traditionsschifffahrt auf der Ostsee Mitte November im finnischen Vaasa.
Viele Geschichten über den Außendienst, und hier war und ist es tatsächlich das sprichwörtliche „Klinken putzen“, können der Vorstand und Mitglieder des PASSATWIND sailing-Vereins bei der Gewinnung eines finanzkräftigen Partners für den Bau einer Bark erzählen. Und sie taten es auch auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins im September. Mit Frust und auch mit ein bisschen Wut – aber nicht mit Resignation. Im Gegenteil. Die Bündelung der Kräfte, zum Beispiel durch die beschlossene Unterstützung der Deutschen Stiftung Sail Training (DSST), die mittelfristig nach einem Nachfolgeschiff für die ALEXANDER v. HUMBOLDT sucht, eröffnet neue Perspektiven. Auch beim Klinken putzen.
Im stillen Außendienst wird ab 15. November wieder ein traditionelles Produkt des Sail-Büros sein, das insbesondere durch seine fotografische Qualität überzeugt und auch im gut sortierten Buch- und Zeitschriftenhandel für 12,- Euro erhältlich ist: Der „Hanse Sail Kalender 2007“.
Klaus-Dieter Block
Bildunterschrift:
Baltic-Sail-Committee und Partner an Bord der STS NAJADEN in Halmstad

